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Bild Stadtwunde

Stadtwunde

An eine Situation, die im heutigen Stadtbild nicht mehr erkennbar ist, erinnert das Mahnmal „Stadtwunde“ von Astrid Bartels und Werner Ruhnau. Die Bebauung an der Stelle des Mahnmals hat sich nicht nur entscheidend verändert, auch allgemein sind die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und die Bedingungen, unter denen Zwangsarbeiter die Räumarbeiten ausführen mussten, nicht mehr präsent. 

An Stelle der heutigen Rathausgalerie befand sich 1944 eine Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald, das sogenannte „KZ-Außenlager Schwarze Poth“, das nach dem damaligen Straßennamen benannt wurde. Hier waren zunächst zwanzig, später bis zu 150 Häftlinge untergebracht, die Männer (meist Russen und Polen sowie einige Franzosen, Dänen, Belgier, Niederländer, Luxemburger und Deutsche) mussten seit Mitte 1944 Trümmer und Schutt bewegen sowie Blindgänger bergen. Sie verrichteten Schwerstarbeit bei unzureichender Verpflegung und ärztlicher Versorgung. Vier Todesfälle aufgrund der Magen-Darm-Erkrankung Ruhr sind dokumentiert. Wie viele der Zwangsarbeiter überlebten ist unklar, da die Häftlinge nach der Eroberung des Ruhrgebietes durch die Alliierten 1945 zurück nach Buchenwald gebracht wurden.

Die Straße „Schwarze Poth“ verlief etwa unterhalb der heutigen Rathausgalerie auf der Porschekanzel und ist heute vollständig überbaut. In einem überdachten Treppenaufgang aus den 1950er Jahren erinnert seit der 1150-Jahrfeier der Stadt Essen 2002 die Installation „Stadtwunde“ an die historische Situation der letzten Kriegsjahre. Auf verschiedenen Stufen der Treppe wurden sieben naturbelassene Baumstämme eingefügt, die alle bis an die Decke reichen. Die Installation ist von einem bedrohlich wirkenden grünen Licht erhellt, das den beleuchteten Raum zu einer Bühne werden lässt. Die Baumstämme selbst wirken einerseits wie Marterpfähle, aber andererseits auch wie Stützen, die ein baufälliges oder zerstörtes Gebäude notdürftig aufrecht erhalten. Der Namensgebung entsprechend erscheint das Mahnmal als offene Wunde innerhalb einer ganz dem Konsum gewidmeten Innenstadt. Sie gibt den Blick auf darunter liegende, nur allzu gern vergessene Schichten frei. Eine Schrifttafel verweist auf die konkrete Geschichte dieses Ortes.

Verweis: de.wikipedia.org

Bilder © Carsten Gliese
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Werner Ruhnau

1922 geboren in Königsberg; lebt in Essen.
  
1941–1950 Studium an der Technischen Hochschule Danzig, der Technischen Hochschule Braunschweig und der Technischen Hochschule Karlsruhe; Abschluss als Diplom-Ingenieur.
1950–1952 Arbeit im Baubüro der Landwirtschaftskammer Münster.
1953 gründete er mit Harald Deilmann, Ortwin Rave und Max von Hausen das Architektenteam im Baubüro der Landwirtschaftskammer. Sie realisierten unter anderem das Stadttheater in Münster und gewannen den Wettbewerb für das Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen.
1956 Gründung eines eigenen Architekturbüros. Auftrag zum Bau des Musiktheaters Gelsenkirchen. Gemeinsam mit den Künstlern Yves Klein, Paul Adams, Paul Dierkes, Norbert Kricke und Jean Tinguely schuf er mit diesem großen, vom Bauhaus beeinflussten Theaterbau seine wichtigste Arbeit.
1965–1966 Professur an der Laval-Universität und der École d'Architecture Montreal.
1971–1972 Professur an der Universität Köln, Institut für Theaterwissenschaft.
2012 Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.
  
Quelle: de.wikipedia.org
 www.ruhnau.info

Astrid Bartels

 geboren in Berlin; lebt in Essen.
 Grafik-Design-Studium an der Folkwangschule Essen, Grafikstudium an der Kunstakademie Karlsruhe; Malereistudium bei Prof. Laszlo Lakner an der Universität Essen.
  
Quelle: www.astrid-bartels.com
Bild Stadtwunde
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Stadtwunde

Standort Essen, Porschekanzel
Künstler Werner Ruhnau
Astrid Bartels
Material 7 Baumstämme, Licht
Maße ohne Angabe
Jahr 2002
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